1. Juni 2026: Ab in den Schnee
Wir haben uns heute eine schwierige Wanderung herausgesucht: 14 Kilometer, das geht ja noch, aber auf 3 Kilometer sind 900 Höhenmeter zu bewältigen. Das ist schon ein hartes Stück Arbeit. Aber wir können vom Hotel aus los laufen. Unser Ziel ist ein wunderschöner Bergsee: der Ibón der Plan.
Das Wetter ist gut und es wird heute auch nicht sehr heiß werden.
Die ersten Kilometer sind sehr eben auf einem schönen Fahrweg mit Wiesen auf der linken Seite und dem Rio Cinqueta zu unserer Rechten.
Dann geht es nach links in den Wald und der Aufstieg beginnt.
Es ist wie in einem verwunschenen Wald. Alles ist von Moos bedeckt, die Steine, die Äste der Büsche und Sträucher, und auch ein paar Lianen hängen herunter. Es ist feucht und riecht leicht modrig und fast rechnet man damit, das hinter der nächsten Biegung eine Fee erscheint.
Wenn auch keine Fee, dann immerhin das kleine Waldvögelein, das unten am Wegrand steht.
Zunächst geht es durch dichten Wald, und man kann nur selten einen Ausblick auf die hohen umliegenden Berge bekommen.
Aber es geht immer noch steil bergan.
Es muss auch mal ein Bach überquert werden.
Manchmal auch nur mit einem Provisorium.
Aber alle Hindernisse werden gemeistert, auch der steile Aufstieg.
Es ist einfach schön hier in der Natur, und das erleichtert einem die Anstrengungen. Das frisch gewachsene Tannengrün leuchtet in der Sonne,
die ersten blauen Enzianblüten tauchen rechts und links auf
und dann ist das Gröbste auch geschafft. Die ersten Wiesen zeigen sich,
und wir machen einen kleinen Abstecher zum Refugio de Labasar.
Wer sich den kräfteraubenden Aufstieg ersparen will, kann nämlich bis hier mit dem Auto auf einer Schotterpiste fahren. Wir gehen weiter zum Ibón der Plan. Der Hornklee am Wegesrand
und der Blick auf die mächtigen Berge.
Wir kommen auf eine subalpine Hochebene mit Wiesen.
Und dann taucht er schon vor uns auf: der Bergsee Ibón de Plan.
Sein anderer Name ist Basa de la Mora, der auf die Legende hinweist, die den See umgibt. Eine maurische Prinzessin soll auf der Flucht zwischen Mauren und Christen im Ser ertrunken sein, und in der Nacht von San Juan (24. Juni) soll sie auf der Wasseroberfläche tanzen.
Umgeben von Kalksteinwänden, Almen und lichten Wäldern strahlt der türkisfarbene See eine außergewöhnliche Ruhe und Magie aus. Wir sitzen am Rand und essen unser Mittagsbrot. Wir könnten ewig dort sitzen bleiben, aber es liegt ja noch einiges vor uns. Bevor wir uns auf den Rückweg begeben, gehen wir noch zum Teil um den See herum, der von einigen kleinen Bächlein gespeist wird.
Dabei gelangen wir zu einem Schneefeld mit dem ersten Foto.
Dann wird es aber Zeit für den Rückweg, der leider identisch mit dem Hinweg ist. Ist der Hinweg mit dem Aufstieg ein Problem für die Kondition, so ist beim Abstieg eher die Koordination gefragt, und die Belastung für sämtliche Gelenke ist schon problematisch, aber dabei helfen natürlich die Wanderstöcke, die die Belastung mindern und ein Wegrutschen auf Geröll verhindern. Ach ja, und diese Alpen-Anemone haben wir auf dem Rückweg auch noch gesehen.