11. Mai 2026: Von Lleida nach Saragossa
Heute erkunden wir die katalanische Stadt Lleida. Ich war bereits 2010 für ein paar Tage in Lleida gewesen. Damals mit Ryanair für etwa 20€ oder so, und ich war auch für einen Tag mit dem Schnellzug in Barcelona.
Aber heute wollen wir die Sehenswürdigkeiten von Lleida erkunden.
Zunächst sehen wir meist nichts Sehenswertes. Ein Großteil der Häuser sind langweilige bis hässliche Wohnsilos.

Gut gefallen haben mir die Fußgängerampeln, die die Länge der Grünphasen in Sekunden anzeigen und kurz vor Ende zu blinken anfangen. Auch über die Wartezeit bei rot wird in Sekunden informiert.

Wir gehen in die Altstadt und erhalten einen Blick auf die Kathedrale Seu Vella auf einem Hügel mit dem sehr vollen Fluss Segre davor.

In der Altstadt hören wir plötzlich sehr laute Salutschüsse und sehen dann eine Gruppe mit Donnerbüchsen, die sich dem katalanischen Brauchtum verschrieben haben.

Es ist heute auch ein Volksfest in der Stadt, von dem wir später noch mehr erleben werden.
Wir steigen zunächst auf zur Kathedrale Seu Vella.

Ein Hinweisschild gibt an das montags, also heute geschlossen ist. Wir umrunden die Kathedrale und machen ein paar Fotos.

Plötzlich hören wir Stimmen aus dem Kreuzgang. Wir gehen dann doch zum Eingang und sind glücklich, denn es ist heute wegen des Stadtfestes doch geöffnet und dann auch noch ohne Eintritt.
Wir betreten den grandiosen Kreuzgang.

Der Kreuzgang
Seine Dimensionen sind spektakulär und er gilt als einer der größten gotischen Kreuzgänge Europas.

Die Bauarbeiten müssen Ende des 13. Jahrhunderts begonnen haben, was mit der Fertigstellung der Kirche zusammenfiel, obwohl die Arbeiten tatsächlich bis ins 14. Jahrhundert andauerten. Der Grundriss ist leicht trapezförmig, es gibt vier Galerien mit einem Innenhof in der Mitte und siebzehn Spitzbogenfenster, von denen zwölf auf den Garten und die anderen fünf einen außergewöhnlichen Blick auf die Stadt bieten.

Die Größe der Fenster ist ungewöhnlich; sie bilden den perfekten Rahmen für eine reiche und üppige Dekoration. Das detaillierte Repertoire an Blumen- und Pflanzenmotiven, die die Kapitelle schmücken, wo wilde Tiere und Monster versuchen, sich inmitten der Fülle der Natur einen Platz zu verschaffen, ergänzt die zahlreichen Kombinationen geometrischer Muster des Maßwerks. Fünfzehn der zuvor erwähnten siebzehn Fenster sind völlig unterschiedlich. Doch das große Fenster in der Westgalerie, das sich direkt vor dem Aposteltor befindet, sticht aus allen anderen hervor. Seine Besonderheit liegt in der Darstellung von Golgatha am unteren Rand.

Aufgrund des Platzmangels ungewöhnlich am Fuße der Kirche gelegen, diente der Kreuzgang als Zufluchtsort und Empfangsstätte; er war auch ein prächtiger Ort der gesellschaftlichen Repräsentation und ein bedeutender Friedhof. Rund um den Kreuzgang gibt es unterschiedliche Kapellen.

Dann gehen wir in die Kirche.

Sie hat einen basilikaartigen Grundriss nach dem Muster eines lateinischen Kreuzes mit drei Schiffen und einem ausgeprägten Querschiff, das sich zu fünf Apsiden öffnet, von denen eine während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges zerstört wurde.
Der Grundstein wurde im Sommer 1203 gelegt.
Die Kirche wurde 1278 für den Gottesdienst geweiht, und die Bauarbeiten wurden Ende des Jahrhunderts mit dem Bau der Kuppel abgeschlossen, obwohl zwei neue Projekte noch ausstanden: die Erweiterung des Domhauses und der Bau des Kreuzgangs.

Romanische und gotische Architektur sind in einem monumentalen Areal, dessen Kargheit erstaunlich ist, elegant und harmonisch vereint. Ab 1707 wurde es nicht mehr für Gottesdienste genutzt und Mitte des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Rest des Hügels, der bis 1948 militärisch genutzt wurde, in eine Armeekaserne umgewandelt. Ein Großteil des ursprünglichen Schmucks ist verschwunden; vieles davon ist aber auch in verschiedenen Sammlungen und Museen erhalten geblieben. Dennoch gibt es noch immer eine bemerkenswerte Sammlung romanischer Skulpturen an Kapitellen, Portalen, Gesimsen und Kragsteinen, die ihren Ruf mit den faszinierenden Wandmalereien teilen, die alle als eines der besten Beispiele aus dem 13. Jahrhundert in Katalonien gelten.

Nach dem Besuch der Kathedrale gehen wir wieder hinunter in die Altstadt und kommen in den Trubel des Stadtfests.



Wir sehen noch ein paar schöne Gebäude des Modernisme.


Und das romanische Rathaus aus dem 13. Jahrhundert.


Danach entfliehen wir dem ganzen Trubel und machen uns auf die etwa 150 Kilometer lange Fahrt nach Saragossa.
Unser Hotel liegt ziemlich zentral und das wird für uns auch zum Problem, denn wir finden keine Möglichkeit dort in der Nähe zu parken. So kurven wir etwa eine Stunde durch die Stadt bevor wir schräg gegenüber von unserem Hotel doch noch unser Parkhaus finden.
Wir werden drei Tage in Saragossa bleiben und als erstes gehen wir durch die Fußgängerzone.



Unser Ziel ist das Wahrzeichen der Stadt und die wohl am meisten fotografierte Sehenswürdigkeit von Saragossa: die Basilica del Pilar. (Hier im Hintergrund)

Von außen ist es sehr imposant in seiner Größe. Hier später am Abend bei Sonnenuntergang:

Sie ist eine der bedeutendsten Barockkirchen Spaniens aus dem 17. Und 18. Jahrhundert und ein zentrales Marienheiligtum. Sie liegt am Ebro-Ufer, ist für ihre imposanten Türme und Kuppeln bekannt und beherbergt bedeutende Kunstwerke, darunter Fresken von Francisco de Goya.

Im Inneren wie alle Barockkirchen wirkt es für mich mit seinem vielen Gold überladen und repräsentationssüchtig.

Am Abend gehe ich nochmal hinaus zum anderen Ufer des Ebro.

Vor der Basilika die berühmte Steinbrücke aus dem 15. Jahrhundert. Und etwas später die Basilika mit Beleuchtung.

Buenas noches!