11. November 2025: Johannes-Basilika, Festung von Selçuk, Artemis-Tempel und Isabey-Moschee

Heute stehen einige Sehenswürdigkeiten aus der UNESCO-Welterberegion Ephesus auf dem Programm.

Zunächst besuchen wir die Johannes-Basilika.

Sie ist eine der wichtigsten historischen Stätten des frühen Christentums.

Das Grab Johannes

Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde auf dem Hügel Ayasuluk eine kleine Kirche zu Ehren des Heiligen Johannes errichtet. Diese Kirche wurde im 6. Jahrhundert durch die beeindruckende kreuzförmige Basilika ersetzt, die Kaiser Justinian erbauen ließ. Die Basilika wurde mit vier Kuppeln entlang ihrer Achse und einer großen zentralen Kuppel über dem Grab des Heiligen Johannes gestaltet.

Im Baptisterium wurde der Taufakt vollzogen: Es ist ein achteckiger, Johannes dem Täufer geweihter Raum. In ein in den Boden eingelassenes rundes Taufbecken stieg der Täufling über drei Stufen, aus Richtung Westen kommend, um die Taufe zu empfangen. Anschließend verließ er, wieder über drei Treppenstufen, das Becken in Richtung Osten.

Dann fängt es an in Strömen zu regnen.

Aber wir wollen noch die Zitadelle von Selçuk sehen, die sich weniger 100 Meter oberhalb der Johannes-Basilika befindet.

Die Zitadelle wird von einer nach oben mit einem Zinnenkranz abgeschlossenen Ringmauer umfangen. Die ringsum begehbare Mauer ist durch 15 Türme verstärkt und hat im Westen und Osten je ein Tor. Im Innern befinden sich mehrere Zisternen, eine Kapelle sowie eine Moschee aus seldschukischer Zeit. Der größte Durchmesser der Anlage beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 160 m.

Etwas unterhalb der Johannes-Basilika befindet sich, die Isabey-Moschee, die wir nun besuchen.

Der Sultan Isa Bey I. (1360–1390), Sohn von Mehmet Bey, dem Begründer der seldschukischen Dynastie der Aydınoğulları, die im 14. und 15. Jahrhundert in Westanatolien herrschte, ließ 1374 (nach anderen Quellen 1375) die Moschee vom Damaszener Architekten Ali ibn el Dımışki im Typus einer arabischen Hofmoschee erbauen. Bei den Erdbeben von 1653 und 1668 wurden die Arkaden des Innenhofs zerstört. Eine der beiden Minatette, die sich an den Nordost- und Nordwestecken des Gebetsraumes befanden, wurde komplett zerstört, das andere bis zum Balkon abgetragen. Nachdem das Gebäude lange Zeit zweckentfremdet und unter anderem als Karawanserei genutzt worden war, wurde die Moschee nach einer kompletten Restaurierung 1975 wieder eröffnet. 2005 wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der unter anderem das Bleidach erneuert wurde.

Gebetsraum

Minbar

Innenhof

Beim Vorbeifahren sehen wir noch den Isabey-Hamam aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Der Hamam besteht aus einem rechteckigen Kernbau mit zentralem Kuppelraum und dem Heißbaderaum, der von weiteren Baderäumen umgeben war.

Das Bad blieb nur 60 bis 80 Jahre in Betrieb. Bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts diente es als Begräbnisstätte.

Den Abschluss unseres heutigen Besichtigungsprogramms macht der Artemis-Tempel.

Das Artemision war das wichtigste Heiligtum von Ephesos. Der gewaltige Artemistempel galt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Von dem Tempel ist jedoch nur eine Säule rekonstruiert und man kann in etwa die Ausdehnung vorstellen, mit der gewaltigen Höhe ist das schon schwieriger. So in etwa muss der Tempel ausgesehen haben, laut eines Modells im Miniatürk-Park in Istanbul.

Die bisher ältesten Funde auf diesem Gelände sind Bruchstücke mykenischer Keramik aus dem 14./13. Jahrhundert v. Chr. Ab dem Beginn der Eisenzeit (Ende 11. Jahrhundert v. Chr.) lässt sich Kultbetrieb nachweisen. Als älteste fassbare Architektur wurde um 680/650 v. Chr. im Zentrum des Heiligtums ein nach Westen orientierter, von Säulenhallen umgebener Tempel errichtet. Der mit 13,5, x 8,5 m noch recht kleine erste Tempel besaß Wände aus Stein und 4 x 8 Holzsäulen auf Steinbasen. Im Inneren stand auf einer rechteckigen, von sechs Säulen umgebenen Basis vermutlich ein Kultbild aus Holz.

Um 570 v. Chr. begann man mit dem Bau des ersten riesenhaften Ringhallentempels mit doppeltem Säulenkranz. der aus Marmor errichtet wurde. Seine Breite betrug knapp 60 m, seine Länge mehr als 100 m. Er hatte wahrscheinlich 106 Säulen, viele davon waren mit Reliefs verziert. Diese wurden vom lydischen König Kroisos gestiftet (daher der Name 'Kroisos-Tempel'). Die Wände des Tempels umschlossen einen offenen Hof, in dessen Innerem ein kleines, tempelartiges Gebäude für das Kultbild stand.

Der archaische Tempel fiel nach der Überlieferung 356 v. Chr. dem Brandanschlag eines gewissen Herostratos zum Opfer. Der bald darauf begonnene spätklassische Neubau hatte vermutlich 127 Säulen von etwa 18,40 m Höhe und stand auf einem hohen Stufenbau.

Eine Architekturprobe aus Trommeln verschiedener Säulen wurde 1973 aufgestellt. Sie steht auf einer original erhaltenen Säulenbasis des spätklassischen Tempels, unter ihr liegt eine Basis des Kroisos-Tempels. Die Originalsäulen waren etwa 4 m höher als die Rekonstruktion.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags stehen die obligatorischen Besuche einer Schmuckwerkstatt und einer Ledermanufaktur an.