13. Mai 2026: Saragossa zum Dritten

Wir haben uns heute ein Busticket gekauft und fahren zur Alfería. Sie ist Spaniens schönstes maurisches Bauwerk außerhalb Andalusiens.

Von außen wirkt sie wie eine imposante Trutzburg mit Wehrgraben, von innen ist sie kunstvoll und elegant verziert.

Die Aljafería wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf Initiative von Al-Muqtadir, dem zweiten Monarchen der Banu Hud-Dynastie, erbaut. Der Palast stand außerhalb der Stadtmauern von Saragossa und diente als Sommerresidenz der Könige von Saraqusta..

Nach der Rückeroberung Saragossas im Jahr 1118 durch Alfonso I. von Aragón wurde die Aljafería zur Residenz der aragonesischen und katholischen Könige von Aragón.

Die Herrscher ließen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im Stil der Mudéjar-Architektur durchführen. Die Mudéjar-Architektur ist eine einzigartige Mischung aus christlichen und islamischen Stilelementen, die in dieser Region Spaniens weit verbreitet ist.

Im Jahr 1593 wurde die Aljafería unter der Herrschaft von Philipp II. von einem bis dahin zivil genutzten Palast in eine militärische Festung umgewandelt. Die Baumeister errichteten um den bestehenden Palast eine Außenmauer mit Bollwerk und einem Festungsgraben. Diese sind bis heute erhalten geblieben.

Es folgten im Laufe der Jahre weitere militärische Um- und Erweiterungsbauten, die vor allem Karl III. vornan trieb. Es entstanden im 18. und 19. Jahrhundert auch mehrere Kasernenblöcke.

Die Alfería beherbergt auch Bilder von Francisco de Goya.

Hier nur ein Beispiel einer Radierung zum Thema Stierkampf.

Die Alfería ist auch der Sitz des Parlaments von Aragon.

Wir verlassen die Alfería und machen uns auf den Weg zum Expo-Gelände von 2008, das in einer Ebro-Schleife liegt.

Kurz vor der Brücke über den Ebro begegnen mir “zwei Genies”:

Der linke ist Albert Einstein.

Dann kommen wir zu der futuristischen Brücke, die Zaha Hadid für die Expo entworfen hat, das heißt, eigentlich ist es ein Brückenpavillion.

Die Brücke ist 275 Meter lang und mehrgeschossig aufgebaut. Im Inneren sind so gut 7000 m² Ausstellungsfläche entstanden.

Die Außenhaut der Brücke besteht aus dreieckigen Glasfaserbetonplatten. Es sollen 29.000 Platten verbaut worden sein, die durch ihre unterschiedlichen Grautöne an die Schuppen eines Haifischs erinnern sollen.

Als nächstes sehen wir den Palacio de Congresos de Zaragoza.

Dieses Gebäude wird auch heute noch für verschiedene Veranstaltungen genutzt und fällt durch seine zerklüftete Dachstruktur auf.

Rechts davon steht die 11 Meter hohe monumentale Skulptur „El Alma del Ebro“ (auf Deutsch: Die Seele des Ebro), die von dem renommierten spanischen Künstler JaumePlensaentworfen wurde.

Sie besteht aus verbundenen Stahlbuchstaben, die menschliche Zellen darstellen und eine menschliche Figur bilden.

Kurz dahinter steht der 76 Meter hohe Wasserturm, das Wahrzeichen der Expo in Saragossa.

Der Turm sieht fast aus wie ein Bürohochhaus und hat von oben gesehen die Form eines Wasertropfens. Im Turm konnten die Besucher die Ausstellung „Wasser zum Leben“ (Agua para la vida) sehen , ein Nebel-Labyrith erkunden und eine Skulptur die wie ein zerplatzender Wassertropfen aussah mit dem Namen SPLASH sehen. Der Höhepunkt war aber mit Sicherheit die Aussichtsplattform von der man das Parkgelände und Saragossa von oben genießen konnte.

Dies ist ein Beispiel, wie kurz gedacht so ein Projekt sein kann, wenn hinterher keine sinnvolle Nachnutzung erfolgt. Vielleicht will man ja zusehen, wie schnell ein solches Gebäude zerfällt. Aber es steht ein Kran auf dem Dach.

Wir gehen weiter und sehen einige leere Becken in denen zu Expo-Zeiten Wasser floss.

Auch die eingezäunten Schwäne und Tretboote werden wohl nicht mehr zum Einsatz kommen.

Wir gehen weiter Richtung Ebro und dort wird es zu unserer Freude wieder sehr natürlich. Die Vögel zwitschern und wir wandern auf schmalen Pfaden durch die Ebro-Auen, die auch als Überschwemmungsreservoir dienen.

Leider müssen wir dieses schöne Gebiet bald wieder verlassen und kommen nach einem kurzen Kaffee-Zwischenstopp wieder auf das ehemalige Expo-Gelände, das teilweise wie ein Lost Place wirkt, weil die einzelnen Gebäude da stehen, aber eingezäunt sind und nicht betreten werden können, wie z. B. der spanische Pavillon, der mich an Bambus-Stangen erinnert.

Oder der 25 Meter hohe Pavillon von Aragon, der die Form eines Weidenkorbs hat, so wie er für die Region typisch ist.

Es gibt aber auch noch einige Gebäude mit Funktion z. B. zwei Justizgebäude wie dieses.

Jetzt haben wir aber genug gesehen und machen uns auf den Rückweg zu unserem Hotel.

Am Abend gehen wir noch eine Kleinigkeit essen in eine der Tapas-Bars.

Und direkt vor unserem Hotel fällt mir noch die Phalanx der Mietfahrräder ins Auge, die tagsüber fast alle ausgeliehen waren.