14. Mai 2026: Monasterio de Piedra & Catalayud

Heute nehmen wir Abschied von Saragossa. Es ist eine sympathische Stadt. Nicht zu groß, noch einigermaßen überschaubar und es gibt viel anzuschauen. Wir haben nicht alles geschafft. Da der Kälteeinbruch, der sich gerade in Deutschland breit macht, auch noch Auswirkungen auf Spanien hat, was besonders den Norden und die Pyrenäen betrifft, haben wir beschlossen, erstmal gen Süden zu fahren. Unser erstes Ziel ist das Monasterio de Piedra in Nuvéalos, ein Kloster mit einem Naturpark drum herum. Es liegt 129 Kilometer südwestlich von Saragossa.

Es wurde im 12. Jahrhundert errichtet.

Es hat auch einen sehr schönen Kreuzgang.

Der Kreuzgang befindet sich an der Südseite der Abteikirche, wo es von Natur aus sonniger und wärmer ist.

Es handelt sich um einen rechteckigen, überdachten Gang, um den herum die Haupträume angeordnet sind.

Er wurde von Mönchen als Ort der Meditation und des Lesens genutzt.

Dieser Gang – zwar parallel zu einem Kreuzgang, aber düster – war den Laienbrüdern vorbehalten.

Die mittelalterliche Gesellschaft war geschichtet und hierarchisch, und die Zisterzienser hatten innerhalb dieses Ordens ein sehr starres internes System. Die erste Unterscheidung wurde zwischen denjenigen getroffen, die Priestermönche waren und die Messe feiern konnten, und den Laienbrüdern, die dies nicht konnten

In diesem hierarchischen System standen konvertierte Laienbrüder immer unter den Mönchen. Sie konnten keine vollen Gelübde ablegen, da sie nicht mit einer Mitgift zur Zisterziensergemeinschaft beitrugen. Sie verrichteten jede Art von Handarbeit, in der Regel die härtesten.

Laienbrüder und Mönche interagierten so wenig wie möglich. Deshalb hatten die Laienbrüder ihre eigenen Wohnbereiche und lebten in der Regel auf Bauernhöfen. Dieser mit einem Tonnengewölbe überdachte Korridor war ein Zugang zur Kirche, der ausschließlich den Laienbrüdern vorbehalten war. Er ist in außergewöhnlich gutem Zustand erhalten.

Die Küche des Klosters wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Sie liegt günstig zwischen dem Refektorium (Speisesaal) und dem Keller. Sie hat das ursprüngliche Achtrippengewölbe mit einem zentralen Abzugsschacht, der den Abzug von Rauch ermöglichte, und vier zusätzlichen Schächten an den Seiten bewahrt. Der Herd befand sich in der Mitte des Raumes, wo die Mönche Mahlzeiten für die gesamte Gemeinschaft zubereiteten.

Die Hauptnahrungsmittel der Zisterzienser waren Brot, Hülsenfrüchte, Reis, Obst und Gemüse. An Festtagen im Kloster durften die Mönche Fisch, Fleisch und Süßigkeiten essen.

Es ist belegt, dass in dieser Küche zum ersten Mal in Europa Schokolade zubereitet wurde.

Der Speisesaal

Das Wärmehaus war ein Raum mit einer Fußbodenheizung. In diesem Raum verbrachten die Mönche den Winter, schnitten sich die Haare, nahmen alle Heilmittel ein. Es wurde im 13. Jahrhundert erbaut und hat einen quadratischen Grundriss.

Im 15. Jahrhundert wurde eine Treppe nach oben gebaut. Einige Spuren davon sind noch an der Wand zu sehen.

Im 16. Jahrhundert wurde diese Treppe abgerissen und in der Mitte des Raumes eine Renaissancesäule errichtet, um das Gewicht der Archive und der Bibliothek zu tragen, die sich über dem Wärmehaus befanden.

Im Haupthaus, in dem früher die Mönche lebten, ist jetzt ein Hotel untergebracht.

Jetzt wollen wir uns aber den umgebenden Naturpark anschauen.

Der Flusss Piedra fließt durch den Park und bildet unzählige imposante und wunderliche Wasserfälle,

Seen in den unterschiedlichsten Wasserfarben,

und Höhlen von beeindruckender Schönheit.

Wir sehen eine Songdrossel und hören ihr zu.

An den Mandelbäumen reifen die Mandeln

und Kastanienblätter und -blüte leuchten im Gegenlicht.

Ein Buchfink läuft keck vor uns auf dem Weg herum.

Der eigentliche Höhepunkt ist aber, dass man durch Gänge in den Felsen und Hohlräume praktisch hinter die Wasserfällen gehen kann und sie durch Löcher in den Felsen sehen kann.