16. November 2025: Der Großmeisterpalast

Ich hatte ja schon am 9. November ziemlich viel über den Großmeisterpalast geschrieben. Heute wollen wir ihn von innen besichtigen.
Wir wollen eigentlich mit dem Bus in die Stadt fahren. An der Bushaltestelle warten aber schon viele aus unserem Hotel. Dann kommt ein Großraumtaxi vorbei und bietet eine Mitfahrgelegenheit für 2 € an, was noch billiger ist als der Bus. Also fahren wir mit.
In Ródos angekommen gehen wir durch einen Park Richtung Altstadt. Es herrscht sonntägliche Ruhe. Und es wird Zeit mal wieder eine Blüte zu zeigen. Da kommt der Südafrikanische Bleiwurz gerade recht.

Und die Bougainvillea macht sich auch gut vor dem Großmeisterpalast

Als wir beim Palast ankommen erleben wir eine große Überraschung. Wir wissen, dass der Eintritt pro Person 20 € kostet, und wir haben uns gefragt – wie auch gestern schon – ob sich das wirklich lohnt, was man ja immer erst hinterher beurteilen kann.
Heute ist der Eintritt kostenfrei. Der Grund ist uns nicht wirklich klar geworden. Aber gut, wir sind happy. Bevor wir ist Innere gehen, schauen wir uns erst mal den Hof an.
Dann geht es über eine gewaltige Treppe nach oben.

Die Leuchter an den Wänden:

Die Räume sind bombastisch. Hohe Decken, Säulen, wunderbare Mosaiken, wertvolle Möbel und Sitzgelegenheiten und andere Ausstattungen wie chinesische Vasen sind Bestandteile vieler Räume.

Nun zu den Mosaiken. Sie sind allgegenwärtig im Palast.

Wie hier die Medusa ca. 300 bis 400 n. Chr.
Oder Leopardenjagd ca. 250 bis 300 n. Chr.

Alle Mosaiken, die ich gesehen habe, sind von der Insel Kos “umgesiedelt”.
Wie bereits erwähnt, wurde ein Großteil des Palastes 1856 bei einer Explosion in der Pulverkammer zerstört. Es stand sehr lange als Ruine herum, bevor die Besatzungsmacht der Italiener sie von 1937 bis 1940 wiederaufbauten. Es war keine Rekonstruktion des bisherigen Palastes, sondern eher ein Bau, wie sich die Architekten dieses politisch motivierten monumentalen Bauprogramms des Faschismus es sich vorstellten, damit es dem italienischen König Viktor Emanuel III und dem Benito Mussolini gefallen könnte.
Dafür wurde zusammengeklaut wie man es brauchte. Es ist mir allerdings ein Rätsel, wie die Italiener die Mosaiken von Kos nach Ródos gebracht haben. Als Ganzes ?, oder in Teilen ?, aber bestimmt nicht Stein für Stein. Ich konnte es nicht in Erfahrung bringen. Bei den Möbeln gibt es in jedem Raum eine Aufstellung aus welcher Stadt die Möbel in den Großmeisterpalast transportiert wurde.
Auch Chorstühle aus Kirchen wurden hier eingebaut.


Ich möchte mich im Weiteren nur noch auf ein paar Bilder beschränken, ohne weitere Kommentare.
Danach gehen wir nochmal die Ritterstraße entlang.

Auf der linken Seite befindet sich die L'Auberge de France, die früher die französischen Kreuzritter beherbergte. Heute steht das Eingangstor offen, und wir gehen in den Innenhof.
Danach gehen wir noch zum Paulus-Tor in der Wehrmauer.


Da es heute recht windstill ist und auch ziemlich warm, beschließen wir mit dem Bus zurück zu fahren, um noch ein wenig am Strand zu liegen. Ich gehe auch ins Wasser, das klar und sauber ist. Die Temperatur ist angenehm, geschätzte 21 oder 22°.