17. November 2025: Nochmal antiker Kram und der Rodini-Park

Heute fällt uns nichts Besseres ein, als die Akropolis von Ródos zu besuchen, an der wir bisher nur mit dem Bus vorbei gefahren sind. Dazu gehen wir von unserem Hotel auf eine Anhöhe, von der wir einen schönen Blick auf den Strand. unser Hotel (das Hochhaus links) und den Filérimos-Hügel haben, wo wir am Samstag waren (der langgestreckte Hügel in der Mitte).

Bald sehen wir die Tempelruine vor uns. Das Wenige, was vom Apollon-Tempel übrig geblieben ist, ist eingerüstet, um die Fehler, die die Italiener von 1938 bis 1940 bei der Restaurierung gemacht haben, zu beheben. Es scheint aber zur Zeit nicht so recht voranzugehen.

Das ganze Ensemble soll in etwa so ausgesehen haben:

Links unten befindet sich das Stadion, daneben das Odeon und rechts davon die Bibliothek.
Zunächst zum Stadion:

Es ist ein Werk der hellenistischen Zeit des 3. oder 2. Jahrhunderts v. Chr., in dem die Sportspiele von Alia stattfanden, das große Fest der alten Rhodier zu Ehren des Gottes Helios. Die Feierlichkeiten umfassten neben Sport auch Musik- und Reitwettbewerbe mit der Teilnahme von Frauen. Der Preis für die Gewinner war ein Kranz aus Pappelblättern.
Das Stadion hat eine Länge von 200 m und eine Breite von 35 m. Die Tribünen sind wie ein Amphitheater gebaut. An den Enden der Strecke befinden sich die Startlinie und das Ziel auf der gegenüberliegenden Seite. Auch die Fundamente des Startapparats sind erhalten und es hat so funktioniert:

Ich musste es ohne Startapparat versuchen. 😉(Titelbild)
Das Odeon:

Es wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. erbaut und diente ursprünglich als Veranstaltungsort für Musikdarbietungen und Versammlungen aller Kunst und trug wesentlich zum sozialen und kulturellen Austausch in hellenistischen Gesellschaften bei. Es weist die typischen Merkmale des antiken griechischen Theaters auf, wenn auch in kleinerem Maßstab als ein größeres Amphitheater.

Die Bibliothek:
Bei dem angrenzenden Gebäude, von dem ein Teil mit acht Blendbögen teilweise restauriert wurde, handelt es sich um die Bibliothek. Wie das Odeon ist es ein Teil des Gymnasiumkomplexes und beherbergte laut Inschriften eine Sammlung wertvoller Schriften, die sich hauptsächlich mit Rhetorik und Staatspolitik befassten.
Wir gehen weiter und finden einige große “Löcher” in der Erde.

Am nördlichen Rand der Akropolis von Rhodos befindet sich die Nympheia, eine Stätte mit vier direkt in die Erde gehauenen Höhlen, die durch unterirdische Gänge miteinander verbunden sind. In diesen Höhlen gibt es kleine Grotten, in denen einst Statuetten standen, sowie Wasserzisternen, die an antike unterirdische Aquädukte angeschlossen waren. Die Grünflächen am Eingang dienten in hellenistischer Zeit als Orte der Stille, der Besinnung und der Verehrung.
In der altgriechischen Religion wurden Nymphen – übernatürliche, mit dem Wasser verbundene weibliche Wesen – hoch verehrt. Es ist nicht bekannt, welche Nymphe oder Gottheit hier genau verehrt wurde. Solche Stätten wurden typischerweise in natürlichen Grotten angelegt und wiesen oft Wasserelemente auf.

Wir haben jetzt genug Antike gesehen und wollen zum Rodini-Park, obwohl das zu Fuß noch ein ziemlich weiter Weg ist. Wir kommen aber direkt an der Höhlenkirche des Heiligen Nikolaus vorbei.


Innen alles mit Ikonen bedeckt, aber die schönsten Plätze sind draußen: viele Bänke im großen Kreis unter schattigen Bäumen.
Jetzt geht es aber zum Rodini-Park. Und wir merken, dass auch hier die Weihnachtszeit näher kommt. Dieser an sich schon eigenartige Kindergarten wird vor unseren Augen mit Weihnachtsschmuck dekoriert.

Bei Temperaturen über 20° mutet das schon ziemlich “strange” an.

Der Rodini-Park wurde – wie der Name schon vermuten lässt – von den Italienern in der Zeit der Besatzung in einer Schlucht angelegt. 1929 verwandelten sie das Tal in einen Park, indem sie Dämme, künstliche Seen, Kanäle und Brücken bauten, Wege entlang des Baches anlegten und Springbrunnen, Pavillons und Bänke installierten.

Sie restaurierten auch das römische Aquädukt, das durch den Park führt.

Der Park versprüht einen morbiden Charme. Die Geländer verfallen teilweise, bei den Holzbrücken muss man schon mal schauen, ob noch alle Bretter halten und das ehemalige Café ist ein Lost Palace. Trotzdem ist es ganz nett hier, aber erstaunlich leer. Wir haben kaum Menschen gesehen während unserer Anwesenheit.
Wir machen uns auf den Heimweg und schon laufen wir wieder in antike Steine hinein.
Es handelt sich hier um eine hellenistische Grabanlage, zu der ich aber keine weiteren Einzelheiten finden konnte.
Wir gehen danach noch an den Strand und geießen die Sonne und das Wasser.