21. Mai 2026: El Parrizal de Beceite und Stadtrundgang
Heute morgen haben wir uns wieder eine Wanderung herausgesucht. Es handelt sich um eine etwa 8 Kilometer lange Wanderung El Parrizal entlang des Flusses Río Matarraña. Der Zugang ist streng reglementiert, um Übertourismus zu vermeiden. Wir haben im Tourist-Office gegen 12 Uhr mittags zwei Tickets für 8 € pro Person gekauft. Da ist aber eine persönliche Unfallversicherung und der Parkplatz fürs Auto inbegriffen.
Es handelt sich um eine tief in das Kalksteingebirge eingegrabene Schlucht, die vom glasklaren, intensiv türkisfarbenen Fluss Río Matarraña geformt wurde.
Ziemlich zu Beginn der Tour passiert man die Höhlenmalereien Rupestres de La Fenellassa.
Diese prähistorischen, schematischen Felsmalereien gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das was hier abgebildet ist, soll oben in dem Foto zu erkennen sein.
Wenn man vor der Felswand stehst (die heute zum Schutz hinter einem Metallgitter liegt), muss man die Augen etwas anstrengen. Das bekannteste Motiv auf dem Felsen zeigt Reiter – ich glaube es handelt sich um Männer –, die auf Pferden (oder Packtieren) reiten. Das Kuriose dabei: Die schematischen Figuren wirken fast so, als würden sie auf den Tieren stehen.
Die Felsmalereien stammen aus der Bronzezeit und werden auf die Zeit um 3.500 v. Chr. datiert. Künstlerisch gehören sie zum sogenannten Arte Esquemático (Schematische Kunst). Der Stil ist abstrakt. Er entstand, als die Menschen in der Region sesshaft wurden, Ackerbau und Viehzucht betrieben und ihre Motive auf das Wesentliche – fast schon zeichenhafte Linien und Symbole – reduzierten.
Die dominierenden Farben an dieser Felswand sind Rottöne, die von einem blassen Rosa bis zu einem dunklen Rotbraun/Ocker reichen. Es gibt zudem eine dokumentierte kleinere menschliche Figur in einem sehr dunklen, braun-schwarzen Ton.
- Die Pigmente: Für die roten und ockerfarbenen Töne nutzten die prähistorischen Künstler pulverisierte Mineralerden, genauer gesagt Hämatit (Eisenoxid). Für dunklere Töne wurde Holzkohle oder Manganoxid verwendet.
- Das Bindemittel: Das Farbpulver wurde mit organischen Flüssigkeiten wie Wasser, Speichel, tierischem Fett oder auch Eiweiß vermischt, um es auf dem nackten Kalkstein auftragbar zu machen.
Weiter gehts auf der Tour. Das absolute Markenzeichen sind die Holzstege (Pasarelas).
Da die Schlucht an vielen Stellen so eng wird, dass kein Platz für einen normalen Pfad ist, wandert man auf hölzernen Stegen, die direkt in die senkrechten Felswände verankert wurden – direkt über dem kristallklaren Wasser.
Auch wenn man den Blick schon auf die Stege richten sollte, erblicke ich doch manchmal am Rande etwas Besonderes, wie dieses Habichtskraut, das direkt aus dem Felsen heraus wächst.
Eigentlich ähnelt die heutige Wanderung der, die wir vor drei Tagen gemacht haben. Der Unterschied ist, dass wir heute parktisch nur am Fluss lang gehen und denselben Weg wieder zurückgehen müssen. Von daher war die letzte Wanderung etwas abwechslungsreicher. Aber wir können uns heute auch nicht beklagen. Es geht auch durch Felsentore, wie zum Beispiel hier.
Und auch abseits des Weges gibt es immer mal wieder schöne Blüten zu sehen wie die Braunelle.
Das Wasser schillert in allen Farben, manchmal hört man auch das Quaken der Frösche und in der Ferne erheben sich hohe Zinnen,
Es ist heute zienlich heiß, knapp unter 30°, aber wenn man nicht gerade auf den Holzstegen in der Sonne gehen muss, windet sich der Weg auch oft unter Kiefern langsam empor. Die Kiefern geben einen intensive Duft ab.
Das Besondere dieser Wanderung steht uns noch bevor: die Estrechos. Am Ende des offiziellen Wanderwegs verengt sich die Schlucht dramatisch. Die Felswände ragen hier teilweise bis zu 60 Meter senkrecht in die Höhe, während der Durchgang an manchen Stellen nur ein bis zwei Meter breit ist.
Dann kommen wir am Endpunkt an und machen erstmal Picknick.
Dann treten wir auf den gleichen Pfaden den Rückweg an. Dabei sehen, wir noch diese unbekannte Pflanze: den kleinen Orant.
Und etwas später schlängelt sich im Wasser diese kleine Natter und schaut hier nur mit dem Kopf heraus.
Mit dem Gang durch dieses riesige Felsentor ist unsere Tour beendet.
Wer sich noch ein Video von unserer Tour durch die Schlucht ansehen möchte, kann das hier machen: