26. Mai 2025: Canfranc – einer der interessantesten Bahnhöfe der Welt
Heute steht eine Wanderung an, aber bei so viel geschichtsträchtigem Hintergrund geht es auch heute nicht ohne Besichtigung ab. Wir fahren nach Canfranc, das 20 Kilometer nördlich von Jaca liegt. Canfranc ist bekannt für seinen Bahnhof, den Estación Internacional de Canfranc.
Er ist einer der faszinierendsten „verlorenen Orte“ Europas, der heute eine beeindruckende Wiedergeburt erlebt hat. Seine Geschichte ist geprägt von großem architektonischen Ehrgeiz, politischer Spannung und letztlich dem Stillstand.
Der Bahnhof wurde am 18. Juli 1928 durch den spanischen König Alfons XIII. und den französischen Staatspräsidenten Gaston Doumergue feierlich eröffnet. Er sollte als wichtiges Tor zwischen Spanien und Frankreich dienen.
Das monumentale Gebäude im eklektizistischen Historismus-Stil ist über 240 Meter lang und umfasst rund 300 Fenster und zahlreiche Türen. Es war damals der zweitgrößte Bahnhof Europas hinter dem Leipziger Bahnhof.
Da Spanien und Frankreich unterschiedliche Spurweiten hatten (Breitspur in Spanien, Normalspur in Frankreich), mussten Passagiere umsteigen und Güter aufwendig umgeladen werden – ein Umstand, der den wirtschaftlichen Erfolg von Beginn an bremste.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof zu einem Ort voller Geheimnisse:
- Die Strecke diente sowohl als Fluchtweg für Verfolgte des Naziregimes (darunter berühmte Künstler wie Marc Chagall und Max Ernst) als auch für den Schmuggel von Rohstoffen wie Wolfram.
- Es gibt historische Belege dafür, dass große Mengen an Gold über den Bahnhof transportiert wurden – laut Berichten handelte es sich dabei zum Teil um Raubgold, das den in Konzentrationslager verschleppten Juden abgenommen worden war. https://canfranc.eu/geschichte/info/
Am 27. März 1970 ereignete sich ein folgenschwerer Unfall: Ein mit Mais beladener Güterzug entgleiste auf der französischen Seite der Strecke und riss eine Brücke (die L'Estanguet-Brücke) mit in die Tiefe. Da die Strecke ohnehin nicht sonderlich profitabel war, wurde die Brücke nicht wieder aufgebaut. Der internationale Verkehr kam zum Erliegen, und der Bahnhof verfiel über Jahrzehnte zu einem berühmten „Lost Place“. (Foto ist aus dem Internet)
Nach langer Zeit des Verfalls und verschiedenen Sanierungsphasen hat sich das Bild gewandelt:
- Luxushotel: Seit Anfang 2023 beherbergt das historische Hauptgebäude ein luxuriöses 5-Sterne-Hotel (Canfranc Estación, a Royal Hideaway Hotel). Die ehemalige Bahnhofshalle fungiert heute als beeindruckende Lobby.

- Denkmalschutz: Der Bahnhof wurde als Kulturgut von nationalem Interesse ausgezeichnet.
- Eisenbahngeschichte: Auf dem Gelände sind alte historische Züge ausgestellt,
und es gibt Pläne für ein Eisenbahnmuseum in den ehemaligen Bahnbetriebswerken.
Auch die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs besteht weiterhin, wenngleich sie ein langwieriges Projekt bleibt.
Gleich hinter dem ehemaligen Bahnhof wurde ein neuer gebaut.
Hier kommen zwei Züge am Tag aus Saragossa an und fahren auch dorthin.
Wir beginnen mit unserer Wanderung auch gleich beim Bahnhof und es geht auf einem schönen Weg in den Wald hinein. Aber man sieht schon einen von sehr vielen Unterständen aus dem Zweiten Weltkrieg, die alle noch begehbar sind.
Der Bahnhof Canfranc in den spanischen Pyrenäen war während des Zweiten Weltkriegs ein Ort von geradezu filmischer Dramatik. Er fungierte als ein strategisch entscheidendes Nadelöhr zwischen dem besetzten Frankreich und dem neutralen Spanien und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Schauplätze für Spionage, Fluchtbewegungen und Widerstand.
Wir gehen auf einem Fahrweg bergauf und sehen rechts von uns ein paar Wasserfälle mit allerdings gemauerten Kaskaden.
Wir steigen auf etwas 1450 Meter auf, sehen eine schöne Wiese mit Affodil
und bekommen oben einen schönen Ausblick auf die umliegende Gegend.
Wir machen eine kleine Rast. Es ist auch sehr angenehm heute. Vielleicht 26⁰ und es weht ein angenehmer Wind. Dann gehen wir einen sehr steilen aber schönen Weg hinab.
Als wir unten ankommen sehen wir diesen Berg, der zum Klettern vorgesehen ist mit einer Wahnsinnsleiter mittendrin.
Der Klettersteig heißt Vía Ferrata Pared de Iserías mit dem Schwierigkeitsgrad K3+.
Kurz vor dem Ende unserer 10-km-Tour laufen wir parallel zum Flüsschen Aragon, aber er ist immer von Büschen verdeckt. Wir gehen hinunter und finden eine schöne Stelle,
wo wir auch noch kurz ins Wasser gehen, aber es ist schon sehr kalt, geschätzte 17⁰. An den Felsen haften unzählige dieser kleinen Tierchen, die schon sehr eigenartig aussehen.
Wer herausfindet was es ist, bekommt von mir einen Kaffee oder ähnliches.