27. Mai 2026: Castillo de Loarre & Mallos de Riglos

Heute steht zunächst die Besichtigung des Castillo de Loarre an. Es gilt als die am besten erhaltene romanische Festung in Europa.

Die Burg ist ein Paradebeispiel der frühen Romanik des 11. Jahrhunderts. Die schlichte, aber mächtige Steinarchitektur wirkt durch ihre harmonische Integration in den Felsuntergrund sehr beeindruckend. Hier der Eingang:Und die Eingangstreppe kurz dahinter:In der Cripta de Santa Qiteria auf halber Treppe rechts findet man ziemlich versteckt das Bildnis dieses Hundes.Und den Ausblick zu dieser Glocke.Ein architektonischer Höhepunkt ist die Iglesia de San Pedro innerhalb der Burgmauern. Besonders bemerkenswert sind hier die detailreichen Kapitelle, die für ihre romanische Ikonographie bekannt sind.

Der Bau wurde im frühen 11. Jahrhundert von König Sancho III. von Navarra in Auftrag gegeben. Die Burg diente als Vorposten gegen die maurischen Truppen, die damals das nahegelegene Bolea hielten.Nach der christlichen Eroberung der Region verlor die Burg ihre rein militärische Bedeutung. Unter König Sancho Ramírez wurde sie zudem zu einem Augustiner-Chorherrenstift erweitert, was ihr eine einzigartige duale Nutzung als Festung und Kloster verlieh.Mit der Verschiebung der Grenzen nach Süden im 12. und 13. Jahrhundert verlor die Burg ihre militärische Schlüsselrolle und wandelte sich zu einer eher repräsentativen Residenz, bevor sie an Bedeutung verlor.Es ist schon beeindruckend, durch die zum Großteil noch in guten Zustand befindlichen Räume zu gehen, aber ganz eintauchen kann ich nicht in diese Welt.

Und möchte auch nicht in jener Zeit gelebt haben.Es wurden einige Filme in dieser Burg gedreht. ​Königreich der Himmel (Kingdom of Heaven, 2005) ist wohl der bekannteste Film, der in Loarre gedreht wurde. Ridley Scotts Epos über die Kreuzzüge nutzte die Burg als eine der Hauptkulissen.

Wir verlassen die dicken Mauern des Castillo und gehen wieder hinaus in die Natur. Es ist heiß heute: 33⁰. Wir haben uns eine 6-Kilometer-Wanderung herausgesucht um die Mallos de Riglos. Wir müssen etwa 30 Kilometer fahren, um dorthin zu kommen.

Das Bergmassiv ist schon aus der Ferne beeindruckend.Wir fahren zum Dorf Riglos und wandern von dort los. Es sind nicht die sechs Kilometer, sondern die 400 Höhenmeter und die Hitze die uns fordern. Wir gewinnen rasch an Höhe.Es ist schon ein bisschen verrückt in der Mittagshitze solch einen Aufstieg zu machen, allerdings hat uns noch einer getoppt. Ein Trailrunner kam uns entgegen und lief an uns vorbei hinunter, aber er muss ja vorher irgendwie auch hoch gelaufen sein. Es gibt kaum Schatten auf der Wanderung, aber immer wieder schöne Ausblicke.Aber auf den Fotos kommen die massiven Felsnadeln nicht so gut zur Wirkung.Immer wieder geht unser Blick nach oben zu den Geiern, die über uns kreisen und mit der Thermik nach oben gleiten ohne einen Flügelschlag. Da wird man schon neidisch.Andererseits bin ich auch dankbar und demütig dafür, dass wir diese wunderbaren Erlebnisse noch gemeinsam genießen können. Hoffentlich werden wir das noch eine Weile zusammen erleben dürfen.

Wir haben die höchste Stelle erreicht und steigen wieder hinunter.Wir haben das Massiv umrundet. Zu den Felsen in ihrer Größe aufgeschaut und auch von oben auf sie herabgeschaut. Eine tolle Wanderung beenden wir mit einem Panoramabild von oben.