29. Mai 2026: Durch das Valle de Ordesa
Nicht von ungefähr ist das Valle de Ordesa die am meisten besuchte Naturattraktion der Pyrenäen.
Wir sind heute morgen schon früh aufgestanden, denn wir haben eine Stunde Anfahrt bis zum Ausgangspunkt der Wanderung Pradera de Ordesa auf 1320 Meter Höhe. Außerdem wird die ca. 19-20 Kilometer lange Wanderung wohl 7 oder 8 Stunden dauern. Der schwierigste Teil kommt ganz zu Beginn mit 820 Höhenmetern auf den ersten 2 Kilometern. Als wir um kurz vor 9 Uhr mit der Wanderung beginnen ist es mit 13° ziemlich kalt und wir ziehen ein langärmeliges T-Shirt über. Bereits am Anfang unseres Weges ist ein Sperrband über den Weg gespannt und warnt vor dem Betreteten. Ich gehe ein Stück weiter, und dann kommt ein Mitarbeiter auf mich zu und sagt freundlich aber bestimmt, dass man diesen Weg heute wegen Bauarbeiten nicht begehen kann. Also bleibt uns die Riesenanstrengung erspart und wir planen um. Die andere Tour ist 20 Kilometer lang und hat 460 Höhenmeter, allerdings sind Hin- und Rückweg größtenteils identisch.
Der Wanderweg geht lange durch einen dichten Mischwald, in dem aber die Orientbuche dominert. Dadurch gibt es auch kaum Sonne und wir müssen uns erst warm laufen.
Die ersten Wasserfälle, die wir sehen sind schon faszinierend.
Dieser Weg ist gut frequentiert, die meisten Besucher des Nationalparks gehen hier entlang, weil der Weg nicht so schwierig ist. Hier ein weiterer Wasserfall, die Gradas de Soaso.
Wir überschreiten auch den 0°-Meridian, das heißt, wir sind auf demselben Längengrad wie Greenwich.
Das Tal ist ein klassisches U-Tal (Trogtal), das während der Eiszeiten durch mächtige Gletscher geformt wurde und wird von mächtigen Kalksteinfelsen eingerahmt. Der Wald lichtet sich langsam, und die Landschaft wird offener. Wir begleiten den Fluss Arazas durch das offene Tal mit seinen ausgedehnten subalpinen Weiden, auf denen auch Kühe grasen.
Ein Blick zurück auf den Weg, auf dem wir gekommen sind.
Diese Spanische Mauereidechse hat sich auf den Felsen gewärmt uns ist nicht gleich davon gehuscht.
Am Ende unseres Hiweges stürzt sich die breit gefächerte Cascada Cola de Caballa (Pferdeschweif) aus der engen Schlucht zu Tal.
Dann treten wir den Rückweg an. Hier noch ein Video von der Hochebene.
Auf dem Rückweg nehmen wir noch einen kleinen Abstecher, den wir auf unserem Hinweg umgangen haben und sehen weitere Wasserfälle; und ihr seht uns.
Weil es jetzt doch etwas wärmer wird, ist ein kühlendes Fußbad nicht zu verachten, aber wow, das Wasser ist verdammt kalt. Schlecht zu schätzen, aber etwa 12°??
Hier meine kleine Flora-Ecke: Das langblättrige Fettkraut wächst direkt in einer kleinen Felsspalte.
Hier noch der steil abfallende Cascado del Estrecho:
Und im Video:
Dann geht es unter überstehenden Felsen dem Ziel entgegen.
Eine improvisierte Wanderung, die uns besonders im Mittelteil auf den offenen Wiesen mit den Ausblicken sehr gut gefallen hat. Faszinierend auch die Vielfalt an Wasserfällen.