4. Juni 2026: Über Alquézar nach Montfalcco
Wir verlassen Plan, wo wir die luxuriöste Unterkunft dieses Urlaubs hatten. Unser Ziel ist Alquézar, eine Stadt, die mit zu den schönsten in Spanien zählt.
Auf dem Weg dorthin kommen wir an zwei sehr engen Canyons vorbei: dem Barranco Los Gargantes
und dem Barranco La Palomera.
Sie sind typische V-Schluchten und unten teilweise so eng, dass man befürchten muss unten stecken zu bleiben.
Dann geht es weiter nach Alquézar.
Der Name des Ortes leitet sich vom arabischen al-qasr ab, was „die Burg“ bedeutet. Im 9. Jahrhundert errichtete der Maure Jalaf ibn Rasid an diesem strategisch wichtigen Punkt eine Festung, um das Gebiet gegen die christlichen Truppen aus dem Norden zu verteidigen. Im 11. Jahrhundert (ca. 1067) wurde die Burg von Sancho Ramírez erobert und fortan in den christlichen Machtbereich des Königreichs Aragón integriert.
Die Altstadt selbst ist als Conjunto histórico-artístico geschützt. Sie besteht aus einem Labyrinth aus engen, mittelalterlichen Gassen, die sich den Felsen hinaufschlängeln. Man findet dort wunderbar erhaltene Steinhäuser mit traditioneller aragonesischer Architektur.
Gleich hinter dem Stadttor findet sich dieser “Briefe fressende” Löwe.
An vielen mittelalterlichen Häusern befinden sich Wappen.

Bei der Ermita de Nuestra Señora de las Nieves, einem einfachen einschiffigen Sakralbau des 16. Jahrhunderts, gefällt mir besonders das leicht wirkende Rippengewölbe der Decke.
Direkt neben der Kirche befindet sich ein zugemauerter Eingang, über der sich die Abbildung von ein paar Schuhen befindet. Dort soll sich früher ein Schuhmacher befunden haben.
Die Colegiata de Santa María la Mayor thront über der Stadt und ist das absolute Herzstück und ein architektonisches Juwel.
Ursprünglich eine Festung, wurde sie zur Stiftskirche umgebaut. Besonders bemerkenswert ist ihr Kreuzgang.
Er ist für seine seltenen mittelalterlichen Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert bekannt.
Ebenso berühmt ist der Kreuzgang für seine Kapitelle.
Es gäbe noch viel zu erzählen über Alquézar, ja, eine Sache noch: heute keine Flora sondern Fauna: diese Grille posiert für uns auf einer Mauer.
Wir wollen ja noch weiter nach Montfalcco in eine einfache Herberge, wo wir aber noch ein Doppelzimmer bekommen haben. Sie soll als Ausgangspunkt für die Wanderung zur Muralla de Finestres dienen (auch Chinesische Mauer von Finestres genannt). Als wir in Montfalco ankommen, taucht die Sonne gerade das nahe gelegene Felsmassiv ins letzte Licht ( erstes Foto) und da es kurz vorher etwas geregnet hat, erscheint auch ein Regenbogen.