5. Juni 2026: Muralla de Finestres

Als wir den Besuch dieses Naturwunders planen, merken wir, dass unsere Unterkunft Montfalco doch nicht so ideal als Ausgangspunkt geeignet ist.

Denn wir müssen mit dem Auto eine Stunde fahren, um zu den “Mauern” zu gelangen, davon die letzten 10 Kilometer wieder über eine ziemlich üble Schotterpiste.

Die Muralla liegt am weit verzweigten Stausee Embalse de Canelles, der im Jahre 1960 erschaffen wurde. Wir fahren bis zum verlassenen und verfallenden Dorf Finestres.Die Erschaffung des Stausees ist ein Grund dafür, dass die Dorfbewohner das Dorf verlassen haben, denn ein Großteil der Verkehrsverbindungen fiel weg und das fruchtbare Ackerland unterhalb des Dorfes wurde überschwemmt. Hinzu kommt der sozioökonomische Wandel mit Abwanderung der Jugend und Überalterung der Einwohner. Obwohl das Dorf als verlassen gilt, gibt es vereinzelt noch Spuren von Erhaltung, wie das Haus Casa Coix“, das heute noch im Sommer bewohnt sein soll und als Symbol für den Widerstand gegen den kompletten Verfall des Ortes dient.Aber wir sind ja wegen der Muralla da und machen einen kleinen Rundgang.Es handelt sich um eine beeindruckende geologische Formation, die durch die vertikale Aufrichtung von Gesteinsschichten entstanden ist. Während der Bildung der Pyrenäen wurden diese Kalksteinschichten durch tektonischen Druck fast senkrecht in die Höhe gedrückt.

Es sind zwei fast parallele, messerscharfe Felswände, die wie künstliche Festungsmauern aus der Landschaft ragen. Dazwischen liegt ein schmaler Pfad, der den Eindruck einer Verteidigungsanlage erweckt.

Mich erschreckt immer die Farbe der Stauseen. Es erweckt den Anschein, als sei hier das Foto bearbeitet worden. Ist es aber nicht. Aber alle Stauseen, die wir hier gesehen haben, hatten die Einheitsfarbe “Stausee- Türkis”, als bestünde alles aus Abtönfarbe von Caparol. Kein Changieren der Farben wie im Mittelmeer. Die Farbe so künstlich wie der See.Wir kommen auch auf die Rückseite.Es ist einfach ein faszinierender Ort hier und kaum Menschen, die den schwierigen Weg auf sich genommen haben. Hier noch ein paar Fotos.Nach der langwierigen Rückfahrt bleibt uns nicht mehr viel Zeit bei unserer Unterkunft Montfalco.Hier werden verschiedene Aktivitäten angeboten: Kayak fahren, geführte Wanderungen, Klettern usw. Wir machen noch eine kleine Wanderung zu einer nahe gelegenen Höhle.Wir gehen hinein, aber das war es dann auch schon.

Dieser schöne Tag ist eigentlich der Abschluss unserer Aragonien-Tour, denn wir beschließen, morgen, am Samstag, nach Barcelona zu fahren und dort bis zu unserem Abflug am Montag Morgen zu bleiben.