7. Juni 2026: Barcelona Tag 2
Heute, am Sonntag hat sich unser Bild von Barcelona leicht gewandelt.
Nicht mehr die Touristen bestimmen das Stadtbild, sondern ganz Barcelona scheint den Sonntag hier zu genießen. Die Barceloner*innen sitzen in Cafés, Kinder spielen auf den Spielplätzen, und die Jugendlichen zeigen ihre Kunststücke vor dem MACBA (Museu d’Art Contemporani de Barcelona).
Wir besuchen heute als erstes die ehemalige Stierkampfarena Arenas de Barcelona direkt am Plaça d'Espanya.
Sie ist heute ein Einkaufszentrum und hat sogar am Sonntag geöffnet.
Die Arena wurde 1900 erbaut.
Seit 1977 fanden dort aber keine Stierkämpfe mehr statt und das Gebäude verfiel bis im Jahr 2000 eine radikale Umgestaltung begann, bei nur noch die Fassade stehen blieb. Im Jahr 2011 wurde dann das Einkaufszentrum eröffnet. Von der Aussichtsplattform ganz oben hat man einen 360⁰ Ausblick über die ganze Stadt.
Barcelona hatte übrigens noch eine zweite Stierkampfarena Plaça de Toros Monumental. Dort wurden bis 2011 Stierkämpfe durchgeführt bis das katalanische Parlament Stierkämpfe verbot. Heute beherbergt das Gebäude ein Stierkampfmuseum und wird für Konzerte und Events benutzt.
Wir haben einen kleinen Hunger und gehen zu Flax&Kale, wo wir Kaffee trinken und dazu ein Stück Kuchen essen. Sie haben einen wunderschönen Freiluftplatz im ersten Stock.
Wir gehen nochmal ins Barri Gòtic. Da Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, wird die Prozession heute durchgeführt, und wir sehen ein paar Vorbereitungen.
Auch vor der Kathedrale ist alles bestuhlt für die Fronleichnamsmesse.
Wir interessieren uns aber für einen anderen eigenartigen Brauch: das tanzende Ei. Es ist seit 1636 eine der Attraktionen von Fronleichnam. Die Tradition besteht darin, ein ausgeblasenes Ei auf Wasserstrahlen von Brunnen in Kreuzgängen, Patios und Gärten „tanzen“ zu lassen, die mit Blumenmotiven und Kirschen geschmückt sind. Um die Ursprünge dieses typischsten Elements Barcelonas zu verstehen, müssen wir uns die Tradition der Wasserspiele sowie alle Symbole des Festes ansehen, wie Eier, Wasser, Blumen und Kirschen: saisonale Elemente voller Symbolik.
Wir wollen jetzt noch ins Museum. Da heute der erste Sonntag im Monat ist, hat man in einigen Museen heute freien Eintritt. Wir haben uns für das CCCB (Zentrum für Zeitgenössische Kultur in Barcelona) für 16:30 Uhr Tickets reserviert. Das Thema ist Schönheitskult. Die Ausstellung beleuchtet kritisch die Entstehung von Schönheitsidealen von der Antike bis zur Gegenwart und analysiert die Rolle von Kunst, Gesellschaft, Politik, Religion und Medizin. Sie untersucht außerdem die Kosmetikindustrie, Design und Produktmarketing und rückt Haut, Haar und Körper als Schlachtfelder im Kampf um die Kontrolle über den Körper in den Mittelpunkt.
Die Ausstellung ist so umfangreich, dass es mir schon wieder zu viel wird. Gern hätte ich noch die Ausstellung über den Fotografen Steve McCurry gesehen, aber dafür war nicht genug Zeit.
So geht heute unser Urlaub nach genau vier Wochen zu Ende. Jeder einzelne Tage ein Erlebnis. Ganz viele neue Eindrücke. Eine grandiose Landschaft. Gerne wären wir noch ein paar mehr Schluchten gewandert. Aber es ist alles gut. Wir sind hoch zufrieden.
Morgen um 6 Uhr klingelt der Wecker, und wir werden hoffentlich unseren Flug bekommen, damit wir dem Papst nicht in die Quere kommen, der am Dienstag hier landet, um am Mittwoch den Christusturm einzuweihen. An Antonio Gaudis 100. Todestag. Dann wird die Sagrada Familia mit 172,5 Metern den höchsten Kirchturm der Welt haben und das Ulmer Münster auf den zweiten Platz verweisen.